Über Sierra Leone

Sierra Leone ist ein kleines Land an der westafrikanischen Küste mit knapp sechs Millionen Einwohnern. Die ehemalige britische Kolonie wurde seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1961 mit zahlreichen politischen Schwierigkeiten konfrontiert.  Die im Jahre 1968 eingeführte Einparteienherrschaft Siaka Stevens, wurde auch von seinem Nachfolger Joseph Saidu Momoh fortgeführt. Im Jahr 1991 begann ein brutaler elfjähriger Bürgerkrieg, in dem tausende von Kindern zu Kindersoldaten degradiert wurden und vor allem die lokale Bevölkerung von Gewalttaten betroffen war. Seit dem offiziellen Ende des Krieges im Jahre 2002 fanden in Sierra Leone bereits dreimal friedliche und demokratische Wahlen statt. Es gab umfangreiche Programme zur Reintegration der ehemaligen Kämpfer, sowie eine Wahrheits- und Versöhnungskommission zur Aufarbeitung der Kriegsgeschichte.

Die lebhafte Hautstadt, Freetown, wurde vor dem Krieg als das Athen Westafrikas bezeichnet, da sie mit dem Fourah Bay College über die älteste und beste Universität Westafrikas verfügte. Besonders charakteristisch für Sierra Leone ist die religiöse Toleranz. Ca 60% der Bevölkerung sind Muslime und etwa 30% Christen, wobei traditionelle Glaubensformen häufig ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. An wichtige religiöse Feste werden nehmen häufig auch Anhänger anderer Glaubensrichtungen Teil. So feiern zum Beispiel Muslime mit ihren christlichen Nachbarn Weihnachten und Christen nehmen am muslimischen Festen zum Fastenbrechen teil.

Sierra Leone gilt, trotz des 10 Jährigen Firedens, als eines der wirtschaftlich ärmsten Länder der Welt. Die Kindersterblichkeitsrate ist mit 214 von 1000 lebend geborenen Kindern, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, enorm hoch (im Vergleich: in Deutschland sind es drei aus 1000 lebend geborenen Kindern). Die heutige Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft und auf dem Export von Rohstoffen, wie den weit bekannten sierra leonischen Diamanten.